Ingenieurgeschichten

Ingenieurgeschichten: 100 Tonnen Stahl und der richtige Dreh

Neue Fotoreportage der VDI-Kampagne zeigt, wie man aus Stahl der ältesten Drehbrücke Deutschlands das Aussehen eines Segelboots verleiht

VDI-Kampagne Ingenieurgeschichten: Wie man aus 100 Tonnen Stahl der ältesten Drehbrücke Deutschlands das Aussehen eines Segelboots verleiht
(Bild: VDI).

(Düsseldorf, 20.10.2015) Wer wie Holger Hahn an norddeutschen Binnengewässern aufgewachsen ist, der ist von Kindesbeinen an von Schiffen, Schleusen, Wehren und Brücken umgeben. Ihn faszinierte schon immer die Technik dahinter. Kein Wunder, dass der Wunsch, Ingenieur zu werden, schon früh für ihn feststand. Als Projektleiter und leitender Vertriebsingenieur Stahlwasserbau bei Schorisch Magis ist er heute für die Sanierung von Schleusen, Schiffshebewerken, Sperr- und Flutwehren und Brücken zuständig. Die Erneuerung der historischen Drehbrücke im mecklenburgischen Malchow gehört zu seinen ganz besonderen Projekten. Der VDI stellt Holger Hahns Geschichte als Fotoreportage in seiner Kampagne Ingenieurgeschichten auf www.ingenieurgeschichten.vdi.de vor.

Die Drehbrücke von Malchow ist die älteste Drehbrücke Deutschlands und verbindet die Altstadt auf der Insel im Malchower See mit den Stadtteilen auf dem Festland. 2014 musste der Koloss aus 100 Tonnen Stahl aus Sicherheitsgründen ersetzt werden. „Die Konstruktion ist an keiner Stelle gerade, mit ihrer elliptischen Form gleicht sie einem Segelboot, im Hinblick auf Statik, Schweißtechnik und Transport war das schon ein anspruchsvolles Projekt“, erklärt Hahn. Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die altehrwürdige Drehbrücke bewegt sich wieder und wurde sogar mit dem Publikumspreis zum Landesbaupreis 2014 ausgezeichnet. Vor allem die Anwohner freuen sich über ihre neue alte Brücke, erspart sie doch beim Pendeln zwischen Insel und Festland einen Umweg von gut 10 Kilometern.

Was Holger Hahn beim Stahlwasserbau so beeindruckt, ist nicht zuletzt die Vielseitigkeit des Materials Stahl. „Im Gegensatz zu Holz ist Stahl unendlich formbar und erweiterbar, so kommt man immer wieder zu neuen Lösungen“, erläutert der Ingenieur. Doch um mit Stahl kreativ umzugehen, braucht man ein fundiertes Wissen. Was muss ich bei der Statik beachten? Welche Schweißtechnik ist nötig? In welche Bauteile muss die Konstruktion zerlegbar sein? Nicht ohne Grund hat Holger Hahn parallel zu seinem Maschinenbaustudium an der Universität Rockstock eine Zusatzausbildung zum Schweißfachingenieur absolviert. Bedenkt man, dass es sich im Falle der Malchower Drehbrücke um einen Neubau handelt, der für die nächsten 100 Jahre fit gemacht wurde, lässt sich mit Recht behaupten, dass ihm und seinem Team der „Brückenschlag“ zwischen gestern und morgen gelungen ist.

Ingenieurgeschichten: Per Datenanalyse auf die Pole Position

Neue Fotoreportage der VDI-Kampagne zeigt, dass man im Rennsport neben gutem Fahrer und gutem Auto auch große Festplatten braucht

VDI-Kampagne Ingenieurgeschichten: Neue Fotoreportage zeigt, dass man im Rennsport neben gutem Fahrer und gutem Auto auch große Festplatten braucht.
Bild: VDI

(Düsseldorf, 30.07.2015) Mit bis zu 250 km/h rasen in der Nachwuchsserie FIA Formel 3 die Rennboliden über die Strecke. Es geht um tausendstel Sekunden und über Sieg oder Niederlage entscheidet das kleinste Detail. Genau hier wird es für Tim Kayser richtig spannend. Als Dateningenieur bei Mücke Motorsport ist es sein Job, aus den Daten, die der Rennwagen produziert, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Funktionieren alle Systeme einwandfrei? Wie sieht es mit den Vitaldaten aus? Verhält sich der Fahrer richtig? Tim Kayser sucht überall nach Möglichkeiten die letzten Prozente aus Fahrer und Fahrzeug heraus zu kitzeln. Der VDI stellt seine Geschichte im Rahmen der Image-Kampagne für Ingenieurinnen und Ingenieure als Fotostory auf www.ingenieurgeschichten.vdi.de vor.

Mit seiner aktuellen Arbeit hat sich Tim Kayser einen lang gehegten Traum erfüllt. Schon als Kind fieberte er leidenschaftlich mit Michael Schumacher mit und überlegte sich technische Lösungen, wie man einen Rennwagen noch schneller machen könnte. „Natürlich sehr naiv und noch utopischer war für mich der Gedanke, wirklich einmal im Motorsport zu arbeiten”, sagt Tim Kayser. Ein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik hat aus der Utopie Wirklichkeit gemacht. Denn Themen wie Aerodynamik, Leichtbau und Sicherheit sind auch im Motorsport von großer Bedeutung. Fahrzeugtechnik-Know-how holt sich Tim Kayser jetzt zusätzlich nebenbei ‚On-the-Job‘. Eine Herausforderung, die er gerne annimmt.

Für Tim Kayser sind Ingenieure Problemlöser und stehen als solche immer wieder vor neuen Herausforderungen. „Es gibt sehr viele frustrierende Momente, aber auch umso schönere, wenn man ein Problem gelöst hat”, sagt Tim Kayser. „Doch solange man ruhig bleibt und offen ist für neue Lösungsansätze kann man sich sicher sein, dass sich alles bewältigen lässt.“ Gerade im Motorsport ist man schließlich in einem ständigen Kreislauf aus Testen, Analysieren und Verbessern. Innovationen, die hier entstehen, kommen oft der Autobranche als Ganzes zu Gute. Anstatt Benziner weiterzuentwickeln, könnte der Rennsport dabei schon bald für bessere Elektroautos sorgen. E-Rennserien wie die Formula E gewinnen immer mehr an Bedeutung. Auf jeden Fall möchte Tim Kayser weiterhin Teil der großen Motorsport-Familie bleiben, denn nirgendwo ist die Entwicklung so schnell und so spannend: „Im Motorsport hast du immer wieder aufs Neue die Möglichkeit deine Ideen zu überprüfen. Alle 14 Tage ist wieder ein Rennen und eine neue Chance es besser zu machen.”

Ingenieurgeschichten: In Frankfurt rufen Flugzeuge ein Taxi

VDI-Kampagne Ingenieurgeschichten: Neue Fotoreportage zeigt, wie man ein Flugzeug spritsparend zur Startbahn bringt
Bild: VDI

Im Rahmen seiner Image-Kampagne für Ingenieurinnen und Ingenieure veröffentlicht der VDI die nächste Ingenieurgeschichte als Fotostory. Am Flughafen Frankfurt werden im großen Stil Menschen und Waren bewegt. Das sind viele Tonnen verbrauchtes Kerosin und ein nicht geringer Teil davon verbrennt auf dem Weg vom Gate zur Startbahn. Mit dem Taxibot, einem speziellen Flugzeugschlepper, haben Gerhard Baumgarten, Leiter der Abteilung Innovation bei Lufthansa LEOS, und sein Team um Projektingenieur Bernhard Weiß jetzt ein Pilotprojekt umgesetzt, das Flugzeuge bei ausgeschalteten Triebwerken zur Startbahn bringt. Pro Start werden so bis zu 600 Liter Kerosin bei Großraumjets eingespart.

Einen Airbus A380 in Bewegung zu setzen ist einfach. Schwierig wird es beim Bremsvorgang. Wenn ausschließlich der Schlepper anfährt und stoppt, entlädt sich die gesamte Masse der Maschine auf das eher filigrane Bugrad. Genau hier setzt der Taxibot an: Das Bugrad ist auf einem Drehteller untergebracht, der die Lenkbewegungen des Piloten durch Sensoren auf den Schlepper überträgt. Auch gebremst wird über die Flugzeugbremsen – dadurch wird die Bremslast gleichmäßig verteilt. Aber um das Projekt zu realisieren, mussten Baumgarten und sein Team nicht nur Flugzeuge, sondern den ganzen Flughafen in Bewegung bringen. Der VDI stellt ihre Geschichte auf www.ingenieurgeschichten.vdi.de vor.

Luftfahrt ist schließlich ein hochsensibles Thema und jede Form der Veränderung ein großer Aufwand. „Was wir hier gemacht haben verlangte die Koordination zwischen mehreren Nationen, dem Flughafen, dem Pilotenbereich, der Flugsicherung bis hin zum hessischen Ministerium“, sagt Weiß. Für ein Projekt dieser Größe braucht man viel Durchhaltevermögen und das geht nur mit einer gemeinsamen Vision. „Man muss selbst für das Thema brennen, damit man andere anstecken kann”, ergänzt Baumgarten. Das ist für Weiß auch die Essenz des Ingenieurberufs: „Man sollte nicht akzeptieren, dass die Dinge so sind, wie sie sind. Man muss mit offenen Augen durch die Welt gehen und überlegen: Ist das wirklich schon die endgültige Lösung oder gibt es nicht doch einen anderen Weg?“ Und selbst bekannte Wege lassen sich, wie der Taxibot bewiesen hat, immer auch ein Stückchen besser und effizienter zurücklegen.

Ingenieurgeschichten: Im Dschungel brennt noch Licht

VDI-Kampagne Ingenieurgeschichten: Student Julian Dobczinski zeigt, wie eine gute Idee und 80 Watt die Welt ein bisschen besser machen
(Bild: VDI)

Im Rahmen seiner Image-Kampagne für Ingenieurinnen und Ingenieure veröffentlicht der VDI die zweite Ingenieurgeschichte im Video-Format. Protagonist ist dieses Mal Julian Dobczinski, Student des Wirtschaftsingenieurwesens an der HTWK Leipzig. Während einer Reise durch Kambodscha verirrt er sich im Urwald und kommt in der Strohhütte eines Einheimischen unter. Zum Dank entwickelt Julian eine Solaranlage, die die Hütte mit Strom versorgt und so ihren Bewohnern völlig neue Perspektiven für die Zukunft eröffnet. Der VDI stellt seine Geschichte als Kurzfilm auf www.ingenieurgeschichten.vdi.de vor.

Socheat, so der Name des einheimischen Retters, lebt mit seiner Familie in einer kleinen Hütte im kambodschanischen Dschungel. Er nimmt Julian herzlich bei sich auf und betankt sogar am nächsten Morgen mit dem wenigen Benzin, das er entbehren kann, das leere Motorrad. Zum Dank möchte der Student der Familie helfen, an Elektrizität zu kommen. Denn wie die große Mehrheit der Landbevölkerung Kambodschas, ist Socheats Strohhütte nicht ans Stromnetz angeschlossen. Julian beginnt mit der Konstruktion einer dschungeltauglichen Solaranlage. Dschungeltauglich bedeutet: einfach, zuverlässig und leicht zu warten; technische Finesse wird zur Nebensache.

Nach ein paar Monaten Entwicklungszeit ist es endlich so weit. Nach dem erfolgreichen Aufbau wird als Erstes das Licht angeschlossen und anschließend eine kleine Musikanlage. Noch wichtiger: Socheat kann jetzt jederzeit über elektrische Geräte wie Radio und Mobiltelefon verfügen. Für Julian ist dies ein perfektes Beispiel für die schönen Seiten an seinem zukünftigen Beruf: „Am Ingenieurberuf reizt mich vor allem, wie man mit Technik Menschen begeistern und die Welt verändern kann. Es gibt so viele Möglichkeiten mit Technik Einfluss zu nehmen. Man muss nur dafür leben und ein bisschen Herzblut reinstecken. Das ist ganz wichtig.” Jetzt hofft er, dass seine Geschichte einen Teil dazu beitragen kann, andere zu begeistern und zu inspirieren.

Ingenieurgeschichten: Aus alt wird innovativ

Erste Fotoreportage der VDI-Kampagne zeigt, wie sich aus Aluminium die Zukunft formen lässt

VDI-Kampagne Ingenieurgeschichten: Fotoreportage zeigt, wie sich aus Aluminium die Zukunft formen lässt (Bild: VDI)

(Düsseldorf, 07.05.2015) Im Rahmen seiner Image-Kampagne für Ingenieurinnen und Ingenieure veröffentlicht der VDI die erste Ingenieurgeschichte als Fotostory. Was haben Milchkartons, Autos und Butterbrote gemeinsam? Sie alle können einen wichtigen Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit leisten. Dabei kommt es auf ein ganz spezielles Material an: Aluminium. So kann der Milchkarton, dank eines hauchdünnen Alu-Schutzfilms, die Milch auch ohne Kühlung länger frisch halten. Autos kommen, dank Bauteilen aus Aluminium, leichter und somit effizienter ans Ziel. Und selbst das gute alte Butterbrot wird, verpackt in recyceltem Aluminium, zum Energiesparer. Das alles ist möglich durch Ingenieure wie Frank Philippe. Der VDI stellt seine Geschichte als Fotoreportage auf www.ingenieurgeschichten.vdi.de vor.

Bei Hydro Aluminium in Neuss kümmert sich Frank Philippe um viele Aspekte der Aluminiumproduktion – vom Recycling des Materials bis zur Gießerei, in der das Metall abgemischt und neu geformt wird. Diese Prozesse funktionieren inzwischen so effizient, dass man tatsächlich weniger Energie benötigt, um die Alufolie für das Butterbrot zu recyceln als für die Reinigung der Brotdose in der Spülmaschine. Den Blick für die größeren Zusammenhänge zu schärfen, ist für Frank Philippe besonders wichtig. Wiederverwertbarkeit und Effizienz machen Aluminium für ihn zum Stoff, aus dem die Zukunft geformt wird. „Was mich antreibt und was Aluminium so spannend macht, ist der Gedanke aus Abfällen etwas Neues und Großartiges zu machen - etwas, das jeder von uns jeden Tag verwendet“, sagt Frank Philippe über sich selbst. „Und man darf nicht vergessen: Drei Viertel des jemals produzierten Aluminiums sind auch heute noch im Einsatz.“

Ingenieurgeschichten: Ein ganzes Labor auf einem Chip

Erstes Video der VDI-Kampagne zeigt „kleine“ Lösung zur Diagnostik von akuter Leukämie

VDI-Kampagne Ingenieurgeschichten: Ein ganzes Labor auf einem Chip (Bild: VDI)

Düsseldorf, 08.04.2015) Im Rahmen seiner Image-Kampagne für Ingenieurinnen und Ingenieure veröffentlicht der VDI die erste Ingenieurgeschichte im Video-Format. Wenn man sich unseren Alltag einmal genauer anschaut, stellt man eins sehr schnell fest: Ohne Ingenieure und ihre technischen Erfindungen wäre unser Leben sicherlich nicht so angenehm, wie es heute ist. Denn Technik spielt im Alltag eines jeden von uns eine entscheidende Rolle - ob in Smartphones, in Autos oder in hochsensiblen Messinstrumenten in der Medizin, überall sind kleine Chips mit ganz besonderen Fähigkeiten am Werk. Zuverlässig messen, regeln und steuern sie unseren Alltag. In dieser, nur wenige Mikrometer großen Welt ist Dominique Bouwes zu Hause. Der VDI stellt ihre Geschichte als ersten Kurzfilm auf www.ingenieurgeschichten.vdi.de vor.

Als Ingenieurin der Mikrosystemtechnik arbeitet Dominique Bouwes in ihrer Firma, der iX Factory in Dortmund, an kleinen Lösungen für große Herausforderungen. Hier gilt: je kleiner, desto besser, effizienter und schneller. Bestes Beispiel, ihr aktuelles Projekt: ein sogenannter „Lab-on-a-Chip“ zur Diagnostik von akuter Leukämie. Schmerzhafte Knochenmarkentnahmen und zeitaufwändige Laboruntersuchungen soll der neue Chip künftig überflüssig machen. Möglich wird das durch Biomarker auf dem Chip. Biomarker heften sich an erkrankte Zellen im Knochenmark und lösen ein Signal aus, das Aufschluss über den Typ der Leukämie gibt. Statt Tage müssen Ärzte und Patienten dank des Mikrolabors nur noch knapp eine Stunde auf ein Ergebnis warten. Im nächsten Schritt sollen dem Chip sogar nur ein paar Tropfen Blut für eine Diagnose reichen.